Broadcast-TV
Die meiste Ähnlichkeit mit dem, was heute als Fernsehen bekannt ist, hat das Broadcast-TV. Dabei werden üblicherweise von einer Set-Top-Box, die an den Fernseher angeschlossen ist, Multicast-Ströme empfangen, dekodiert und dargestellt. Jeder Fernsehkanal entspricht hierbei einer Multicast-Gruppe. Die Multicast-Ströme wiederum werden von einem sog. Video Headend erzeugt, das Rohdaten von den Fernsehsendern annimmt, diese kodiert, oft zusätzlich mit DRM versieht und dann per Multicast losschickt.
In aller Regel wird IPTV nicht aus dem Internet geladen. Dies hat zwei Hauptgründe:
-
Sender haben normalerweise nur lokal beschränkte Rechte zur Aufführung von Filmen und anderen Inhalten, Angebote im Internet sind jedoch weltweit zugänglich;
-
Für Ströme durch das Internet kann keine Garantie für eine konstant hohe Übertragungsrate (genannt QoS) gegeben werden, da nicht alle Netzknoten auf dem Weg durch den IPTV Service Provider kontrolliert werden.
Netzbetreiber, die ihren Kunden bisher nur einen Internetzugang anbieten konnten, können nun auch Filme, Fernsehprogramme usw. anbieten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Verbreitung von Fernsehen (Terrestrisch, Satellit, Kabel), die hinsichtlich der maximalen Anzahl übertragbarer Kanäle recht eingeschränkt sind, können über IPTV praktisch beliebig viele Programme angeboten werden, da jeweils nur das Programm über die Leitung zum Konsumenten transportiert wird, das dieser gerade sieht. Aber: Die Verteilung von einem Sender an viele Empfänger, deren Realisierung für IPTV gewaltige Klimmzüge in Weitbereichsnetzen erfordert, gibt es bei Übertragung durch die Luft oder vom Satellit gratis.
